Definition Patchwork-Platinen

Ziel der Herstellung von Patchwork-Platinen sind in Blechdicke, -güte oder Beschichtung vor dem Umformen kombinierte Blechzuschnitte.

Zur Herstellung von Patchwork-Platinen werden im Allgemeinen Karosseriebleche direkt vom Coil verwendet. Dabei werden die normalerweise dünnere Grundplatine und die einzelnen Patch-Platinen separat gestanzt. Die im Vergleich zur Grundplatine kleinen Patch-Platinen werden aus breiten Bändern (Nesting) verschachtelt ausgestanzt, um eine hohe Materialausnutzung zu erreichen. Die Grundplatine variiert typischerweise in der Größe von z.B. 500x500 mm bis zu 1.400x2.000 mm, die Patchwork-Platinen variieren in der Größe von z.B. 200x200 mm bis zu 600x600 mm.

Das Punktschweißen der aufgelegten Patchworkplatinen ist das optimale Fügeverfahren für verzinkte Karosseriebleche. Mit dem Laser-Remote-Welding könnte der Schweißvorgang schneller und konturangepasster erfolgen, allerdings ist die Schweißverbindung wegen mangelnder Zinkentgasung zwischen den Blechen nicht sichergestellt. Das Widerstandspunktschweißen ist im Karosseriebau eingeführt und ist nach der Lackierung ebenfalls optimal korrosionsgeschützt. Eine Fixierung der Platinen durch Klebstoff ist denkbar, führt allerdings durch die hohen Kräfte beim Umformen zwangsläufig zu Kleberaustritt und der Verschmutzung der Umformwerkzeuge.

Jede gepunktete Platine erhält eine eindeutige Kennzeichnung, so dass die Rückverfolgbarkeit stückgenau möglich ist. Die weiteren Vorteile der Patchwork-Platinen liegen in der einfachen Verarbeitung im Presswerk der Automobilhersteller. Die mit Sicken versehenen Patchwork-Platinen bilden einen ebenen Stapel. Die Stapel werden in Stahlladungsträgern vom Patchwork-Platinenhersteller bis in den Feeder der Umformpresse transportiert. Aufgrund der Stapelebenheit ist eine hohe Effizienz in der umformenden Fertigung sichergestellt. Gegebenenfalls können im Karosserierohbau weitere Schweißpunkte hinzugefügt werden.